CFL Combine Quarterbacks auf gleichem Level


Der CFL Combine ist vorüber und was bleibt sind sämtliche Daten, welche über die 3 Quarterbacks Michael O'Connor, Chris Merchant und Sonny Weishaupt  umfangreich erfasst wurden.

CFL Combine Quarterbacks auf gleichem Level
Quarterback Ergebnisse beim CFL Combine
alle Fotos: Peter Power / CFL.ca

Aber nicht nur die klassischen Messwerte wie Körpergröße, Gewicht, etc., oder Leistungswerte wie die Wiederholungszahl beim Bankdrücken mit 100Kg oder die Sprintgeschwindigkeit bei diversen Lauf-Drills wurden erfasst, sondern auch erstmalig genaue Wurfwerte gemessen.

Dazu baute das Unternehmen „Wilson Sporting Goods“ das sogenannte Wilson X-Pro Connected Football and Training System womit Daten über die Würfe der Quarterbacks gewonnen werden können. Diese Technologie wurde nun auch in den von Wilson hergestellten CFL-Bällen implementiert um die Qualität der einzelnen Würfe messen zu können.

Dieses System erlaubt neue Erkenntnisse über die Wurfleistungen von Quarterbacks und die aufgezeichneten Daten liefern den verantwortlichen Geschäftsführern und Coaches genaue Aussagen über die individuellen Wurftechniken, wovon der Erfolg guter Passspielzüge eben abhängt.

Die 3 Quarterbacks bekamen dazu spezielle Westen, in denen ein Transponder eingesteckt wurde. In einem Control-Center wurden alle Ergebnisse akribisch erfaßt und ausgewertet. 

Genau genommen erhob das System Daten über:

  • Timing: Vom Snap bis zum Wurf und vom Abwurf bis zum Ziel
  • Wurf-Qualität: Umdrehungsrate und Spiralen-Effizienz
  • Wurfkraft: Anzahl der Würfe sowie Wurfgeschwindigkeit

Zu beachten ist hierbei, dass es sich um normale Würfe innerhalb der dafür vorgesehenen Drills handelte, wobei kein explizierter Fokus auf maximale Wurfgeschwindigkeit gelegt wurde, da das Timing mit den Passempfängern dabei im Vordergrund stand.

Beim schnellsten Wurf lagen Merchant und O'Connor mit 50,3 MPH vorne, Weishaupt war mit 49,1 MPH dicht dran. Bei den schnellsten Umdrehungen, welche für die Präzision des Wurfes wichtig sind, führte Merchant mit 757 RPM, gefolgt von Weishaupt mit 726 RPM und O'Connor mit 666 RPM. Beim Timing lagen alle 3 sehr dicht beieinander, Merchant 0,31 Sekunden, O'Connor 0,32 Sekunden und Weishaupt mit 0,33 Sekunden.   

O' Connor gilt als große kanadische Quarterbackhoffnung, ein Platz in einem CFL Team scheint ihm sicher. 2018 präsentierte er sich bereits beim East-West Bowl in Quebec vor Scouts der NFL und CFL. Davor spielte er bei Penn State University. Während seiner Highschool Zeit spielte er unter Quarterback Legende Chris Weinke und wurde von ESPN zum 6. besten Highschoolquarterback gewählt.  

Für Merchant ist dies bereits seine zweite CFL Combine. 2014 galt er als das größte kanadische Quarterbacktalent und hatte sich unter mehreren NCAA Divison 1 Angeboten für die University of Buffalo entschieden. Nach einem Jahr wechselte er zurück nach Kanada an die Western University. Dort gelang ihm mit den Mustangs 2017 eine Perfect Season, die er mit der Wahl zum MVP beim Sieg im Vanier Cup krönte.     

Weishaupt steht mit den Grenoble Centaures mitten in der Saison der "Casque de Diamant", der ersten französischen Liga und nutzte ein spielfreies Wochenende zur Teilnahme an dieser Combine. 2018 wurde er mit Frankfurt Universe deutscher Vizemeister im German Bowl. Der Nationalspieler, war der einzige Quarterback unter den 18 europäischen Spielern. .        

Zum ersten Mal wurde das Wilson X-Pro System bei einem professionell geführten Football-Format verwendet. Bisher wurde es nur zur Vorbereitung auf die NFL Combine und zur NFL Draft von Prospects genutzt.

 

Die erzielten Ergebnisse liefern einen guten Einblick in die Leistungsdichte der drei Quarterbacks Michael O’Connor, Chris Merchant und Sonny Weishaupt, sind doch von allen die Werte ziemlich ähnlich. Der größte Unterschied zu vergleichbaren NFL-Messwerten liegt im Format des Balles, welcher minimal größer und schwerer ist als der in der NFL verwendete „Duke“. Außerdem sind die bisher gemessenen Ergebnisse innerhalb der NFL meist per Laserpistole gemessen worden, welche Ergebnisse als nicht ganz so präzise gelten wie die des X-Pro Systems.

Ein ähnliches System wurde bei einem Test von dem US-amerikanischen TV-Format „Sport Science“ angewandt, bei dem sich der Quarterback der New Orleans Saints Drew Brees hinsichtlich der Wurfgenauigkeit mit einem Olympia-Bogenschützen maß. Hierbei warf Brees 10 Bälle aus 20 yards Entfernung auf eine Zielscheibe und erreichte dabei 52mph und eine Spin-Rate von 600. Wichtig hierbei ist hervorzuheben, dass es sich um ein stehendes Ziel handelte und Brees ohne Zeitdruck hantieren konnte. Außerdem wurde hierfür der NFL-typische „Duke“ als Wurfmittel verwendet. Hauptsächlicher Unterschied liegt in der Verarbeitung der Naht, sowie minimal im Umfang.

Dieser Ball unterscheiden sich etwas von den gängigen „Wilson 1005“, welche in der NCAA D1 Verwendung finden. Weitere Modelle sind Wilson 1003 (GST) und Wilson 1001, welche beide in der High-School, sowie der NCAA genutzt werden und nochmal minimal kleiner sind im Umfang und leichter im Gewicht.

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