Piraten besiegen die Unbesiegbaren


Den Zweitliga-Footballer der Elmshorn Fighting Pirates gelang in der GFL 2 etwas, was bisher sechs andere Mannschaften in acht Partien erfolglos versucht hatten: ein Sieg gegen Spitzenreiter Düsseldorf Panther.

Piraten besiegen die Unbesiegbaren
Erfolgreiche Pirates Defense gegen die Panther
Foto: KlimaPic

Nach 48 intensiven Minuten setzte sich Elmshorn mit 28:21 (14:7, 0:7, 7:0, 7:7) durch. „Wir haben gewonnen, weil wir richtig geil gespielt haben. Vor allem in der Defense. Defense-Koordinator Ivo Kolbe hat die richtigen Umstellungen gemacht. Auch die Offense war gut. Am Ende haben wir den Sieg vielleicht etwas mehr gewollt. Alle haben gekämpft“, sagte Piraten-Headcoach Jörn Maier.

Auch die 1113 Fans im Krückaustadion peitschten die Piraten in der dramatischen Schlussphase nach vorne. Vor allem, als es beim Stand von 28:21 bei noch 54 Sekunden auf der Uhr Versuche an der eigenen 15-Yards-Linie für Düsseldorf gab. Nach einer Strafe ging es 15 Yards zurück und letztendlich fing Defensive Back Ter'Shadney Philipps den Ball ab und der umjubelte siebte Piraten-Erfolg dieser Saison stand endgültig fest.

„Düsseldorf steht nicht umsonst da oben. Es ist das beste Team der Liga und es ist wirklich schwer gegen sie“, so Maier, der ausdrücklich alle Spieler und Coaches für ihren leidenschaftlichen Einsatz auf dem Feld und in der Vorbereitung auf diese Spitzenbegegnung lobte. Die Piraten arbeiteten hart für diese beiden Punkte – und auch Patrick Esume, Deutschlands Football-TV-Experte Nummer eins, der mit den Piraten eine eigene Klamottenkollektion (Pirates Fanwear powered by Coach Esume) entworfen hatte, machte es sich in der Team-Zone gemütlich und fieberte sichtbar mit.

In der Halbzeitpause sagte er beim Stand von 14:14. „Für Elmshorn ist heute was drin. Düsseldorf muss sich in der zweiten Halbzeit richtig strecken. Mein Tipp ist, dass Elmshorn in letzter Minute gewinnt.“ Theoretisch könnte er somit sein Geld auch als Wahrsager verdienen.

Doch der Reihe nach: Im ersten Viertel bissen sich die Piraten an der stabilen Düsseldorfer Defensive die Zähne aus, auf der Gegenseite konnten die Elmshorner auch den Großteil der gegnerischen Versuche stoppen. Doch dann gelang dem Spitzenreiter ein Pass über circa 20 Yards in die Endzone – nach Extra-Kick stand es 0:7.

Doch anschließend konnte Elmshorns Runningback Khairi Dickson, der wohl aus taktischen Gründen bisher weniger Bälle bekam, über 30 Yards zum ersten Piraten-Touchdown dieser Partie laufen – vorher hatte Quarterback Justin Alo einen Pass zu Wide Receiver Christoffer Jensen über 40 Yards an den Mann gebracht. Kicker Sören Becker verwandelte den Point-after-Touchdown,

Im folgenden Angriff der Panther schmiss sich Elmshorns Linebacker Miguel Boock mit Wucht in seinen Gegenspieler, der Fumble, ebenfalls gesichert von Boock, sorgte für ein Wechsel des Angriffsrechts.

Kurz war es Dickson, der seinen 32. Touchdown dieser Spielzeit erzielte und die Piraten in Führung brachte. Er trug den Football die fehlenden drei Yards in die gegnerische Endzone, Becker erhöhte auf 14:7.

Im zweiten Abschnitt mussten die Piraten nach einem Düsseldorfer Run Touchdown Nummer zwei hinnehmen. Anschließend schlichen sich die Panther wieder gefährlich nah an die Endzone heran, aber die Defense schaffte es, diese Welle zu stoppen.

Zur Halbzeit blieb es in dieser spannenden Partie beim 14:14. Der Tabellendritte aus Elmshorn begegnete dem ungeschlagenen Spitzenreiter auf Augenhöhe.

Im dritten Quarter bediente Alo dann Jensen der einen Pass über etwa 35 Yards sicher in der Endzone fing – die Defense Düsseldorfs wurde überrascht. Diese hatte eher damit gerechnet, dass Dickson den Ball erhalten soll. Becker traf zum 21:14.

Nach Alo-Pässen auf Jensen und Phillip Dollst leisteten sich die Piraten beim noch letzten fehlenden Yard einen Fumble. Statt Piraten-Touchdown musste die Elmshorner diesen vermeidbaren Fehler wieder ausbügeln. Und das gelang optimal.

Den fälligen Touchdown holten die hochkonzentriert agierenden Piraten dann 8:53 Minuten vor dem Ende nach: Dickson tankte sich mit dem Ball unterm Arm bis zwei Yards an die Endzone heran und erledigte diesmal auch den Rest, mit dem er seinen 200. Punkt erzielte – Becker machte den 28:14-Vorsprung perfekt.

Allerdings waren die Panther weiter giftig und verkürzten auf 28:21, ehe der Krimi zugunsten des Gastgebers ausging.

Der Sturz des Tabellenführers war der Auftakt einer großen Party, die die Elmshorner Sommerpause einläutet. „Von den fünf Wochen Pause sollen sich die Spieler drei erholen“, sagte Maier nach dem 18. Piraten-Heimsieg in Folge.