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German Bowl XL Begegnungs-Vorschau


Nachdem sich in den Halbfinals zunächst erwartungsgemäß die Schwäbisch Hall Unicorns gegen die Dresden Monarchs durchsetzen konnten, zogen nur etwa anderthalb Stunden später die Samsung Frankfurt Universe nach einem hart umkämpften und engen Spiel gegen die NewYorker Lions Braunschweig deutlich überraschender nach.

German Bowl XL Begegnungs-Vorschau
SHA@SFU2018
Bild: C-Sportpics

 

Schwäbisch Hall Unicorns vs. Samsung Frankfurt Universe, 13. Oktober 2018, 18:00 Uhr

Der German Bowl XL (40) ist in vielerlei Hinsicht ein besonders Ereignis in der Geschichte des deutschen Footballs. Was ihn besonders macht ist aber weniger die Jubiläumsauflage, sondern viel mehr die Paarung und die Umstände des Duells. Viel Geschichte schwingt in der diesjährigen Ausgabe mit. Am 10. Oktober 1979, also fast auf den Tag genau vor 39 Jahren, gab es zum ersten Mal ein Endspiel einer deutschen Football Liga. Damals trafen die Frankfurter Löwen auf die Ansbach Grizzlies. Auch in den beiden Folgejahren blieb diese Paarung bestehen. Das Duell 1981 sollte bis zum aktuellen Jahr das letzte Aufeinandertreffen zweier Süd Teams in einem deutschen Erstliga Endspiel bleiben. Damals war es auch, dass zuletzt eine Mannschaft aus der Gründungsstadt des deutschen Footballs – die Löwen, gegründet 1977, waren das erste deutsche American Football Team – im Finale antrat.

Mit einer ähnlichen Hypothek treten die Unicorns an. Sie konnten ihre letzten 33 Pflichtspiele gewinnen und jagen somit den deutschen, Disziplin übergreifenden Rekord des THW Kiel (Handball) von 40 Gewonnen Partien in Folge. Das bedeutet, dass Headcoach Joran Neuman seit seinem Antritt als Cheftrainer zum Saisonbeginn 2017 noch keine einzige Niederlage hinnehmen musste. So stehen die Männer aus Schwäbisch Hall zum fünften Mal in Folge im Endspiel und es gibt Ligaweit kein Team, das eingespielter ist und über die vergangen Jahre konstanter den Personalstamm zusammenhalten und weiterentwickeln konnte.

Der German Bowl schreibt immer schon seine eigenen Gesetze und die Atmosphäre im Vorfeld des Endspiels in dem es um alles oder nichts geht ist eine besondere, wie in der Vergangenheit viele Spieler berichteten. Gegenüber den Mannen aus Frankfurt für dies das alles Neuland ist, müssen sich die Haller also in jedem Fall die Favoritenrolle gefallen lassen.

Das verdeutlicht auf der Blick in die Historie der Begegnung. Sechsmal trafen Frankfurt und Hall bisher aufeinander. Immer waren es die Schwaben, die das Spielfeld siegreich verließen. 2016 endeten die Partien 26:21 und 35:28, 2017 24:7 und 18:14. Dieses Jahr trennte man sich mit einem denkbar knappen 17:7 und einem 12:9. Auffällig dabei ist, dass die Partien selbst im Jahr 2016, als die Unicorns als amtierender Vizemeister auf ein frisch aufgestiegenes Team aus Frankfurt traf, immer sehr knapp waren. Und je jünger die Geschichte wird, desto weniger Punkte konnte in den Aufeinandertreffen erzielt werden. Ein Indiz dafür, dass im Vergleich zu den Offenses die Defenses immer stärker wurden und es beiden Mannschaften schwerer fiel gegen den Gegner zu punkten. Es gibt in diesem Jahr keine wichtige Defensivstatistik die nicht von den Unicorns oder der Universe angeführt wird. Entsprechend dieser Tatsachen ist ein Spiel zu erwarten, das von den Defensivreihen bestimmt und extrem eng wird. Es wäre nicht verwunderlich würden beide Teams Mühe haben die zehn Punkte Marke zu überwinden. Die Entscheidung über Sieg und Niederlage wird an zwei Fronten gefällt werden. Zum einen der Fehleranfälligkeit aller Mannschaftsteile. Das Zulassen beziehungsweise Vermeiden von Big-Plays oder Turnovers wird ein wichtiger Faktor sein, ebenso wie die Fähigkeit der Special Teams zu punkten bzw. großen Raumgewinn durch den Gegner zu verhindern. Im Laufe der Saison waren in diesen Belangen die Unicorns deutlich überlegen, doch begannen auch die Frankfurter pünktlich in den Playoffs Fehler deutlich zu minimieren und konnten so bereits die Lions aus Braunschweig bezwingen.

Nicht zu unterschätzen ist auch die Rivalität beider Teams, auch wenn sie primär durch Respekt geprägt ist. Nicht nur unter den Spielern, sondern auch auf den Rängen gehören kleinere Provokationen und humoristische Seitenhiebe zum guten Ton im Umgang. Beide Teams haben angekündigt mehrere Hundertschaften ihrer treuesten Anhänger mit nach Berlin zu bringen und zumindest von Frankfurter Seite wurden auch von Fan Choreographien und ausladenden Spruchbannern berichtet. So ist jedenfalls zu erwarten, dass sich die Stimmung im weiten Rund auf einem ähnlichen hohen Niveau wie das sportliche Angebot auf dem präsentieren Rasen wird. Es ist also alles angerichtet für einen Footballabend von dem auch in Jahren noch gesprochen werden könnte.

 

Link zum Spiel (Beginn 17:55 Uhr)

Es wird keinen Livestream geben. Das Spiel wird Live bei Sport 1 im deutschen Free TV ausgestrahlt.