Amboss Leistungssteigerung kommt zu spät


Der AFC Remscheid Amboss hat das abschließende Saisonspiel der Oberliga NRW bei den Wuppertal Greyhounds mit 7:21 (0:7, 0:14, 7:0, 0:0) verloren.

Cedric Picard, Remscheid Amboss
Cedric Picard
Foto: CEPD-Sports

Somit hat es die Mannschaft von Amboss-Head-Coach Carsten Weber verpasst, Platz fünf dingfest zu machen. Sollten die Dortmund Giants ihr Spiel am Sonntag bei den Münster Mammuts gewinnen, dann würde der Amboss als Tabellenletzter absteigen. “Ich habe heute zwei Amboss-Teams gesehen. Das Team aus der zweiten Halbzeit hat sich Respekt verdient, es hat hart gekämpft und darauf bin ich auch stolz”, sagte Weber nach dem Spiel.

Dabei stand der Auftritt auf dem Sportplatz am Gelben Sprung sinnbildlich für den Saisonverlauf: Die erste Halbzeit steckte voller Fehler, danach steigerte sich der Amboss, verpasste es aber, sich entsprechend zu belohnen. So stand am Ende eine vermeidbare Niederlage in Wuppertal ebenso zu Buche, wie der Abstieg, der allerdings schon seit einer Woche nicht mehr abzuwenden war. “Leider ist das Spiel ein Spiegelbild unserer Saison”, befand auch Weber: “Wir waren zu inkonstant, hatten unglückliche Turnover und haben uns so in eine Position gebracht, aus der wir uns nicht mehr herausgraben konnten”, so Weber weiter.

Dabei war der Amboss gut ins Spiel gekommen. Gleich im ersten Drive hatte Jonas Kronenberg, der sein Comeback gab und als Überraschungs-Quarterback eingesetzt wurde, seine Offense sicher über das Feld geführt. Sechs Yards vor der gegnerischen Endzone fumbelte er aber den Ball und Wuppertal war am Zug. Mit ihrem konsequenten Laufspiel, wahlweise über ihren Fullback Kevin Knevel oder ihre beiden Quarterbacks im Wechselspiel, Julien Awater und Florian Ferizi, setzten die Wuppertaler dem Amboss schwer zu und kamen zu ihrem ersten Touchdown.

Doch der Amboss kam zurück, diesmal mit Quarterback Tom Schröder, der Christopher Henkel mit einem tiefen Pass fand. Der Wide Receiver schaffte es noch bis ein Yard vor die gegnerische Endzone, eher er gestoppt wurde. US-Allrounder Jeffrey Dubose lief den Ball im folgenden Spielzug in die Endzone, doch eine Strafe wegen Haltens egalisierte den Run des Amerikaners. Wenig später verließ die Offense erneut punktlos den Platz. Es war spielübergreifend die vierte “First-and-Goal”-Position der vergangenen beiden Partien, aus denen der Amboss keinen einzigen Punkt mitnahm. Bis zur Pause, auch weil es ein weiteres Fumble kurz vor der eigenen Endzone gab, kamen die Wuppertaler bei strömendem Regen zu zwei weiteren Touchdowns.

Mit einem Rückstand von 0:21 ging es in die zweite Halbzeit und die Trainer hatten die richtigen Umstellungen vorgenommen. Die Defense ließ im dritten und vierten Viertel kaum noch ein First Down zu und sammelte mehrere Sacks gegen das gegnerische Quarterback-Duo durch Spieler wie Jan-Niklas Köhler oder Jens Vogt . Beide waren dann auch entscheidend an den Punkten für den Amboss beteiligt. Vogt und Köhler blockten einen Punt im Verbund und Kronenberg, diesmal im Special Team aufgelaufen, nahm den freien Ball auf und lief mit ihm wenige Yards in die Endzone – den folgenden PAT verwandelte Nick Zimmermann sicher.

Der Amboss war wieder dran und als Vogt einen gegnerischen Fumble erzwang, der von Dubose erobert wurde, schien das Momentum vollends zu kippen. Doch trotz der guten Feldposition schaffte es der Amboss nicht, bis auf einen Score an den Gegner ranzukommen. Nachdem Schröder insbesondere im Zusammenspiel mit Receiver Cedric Picard mehrere First Downs geholt hatte, warf er beim Versuch, Mitch McCoy in der gegnerischen Endzone zu finden, eine Interception. In der Folge lief dem Amboss, obwohl die Wuppertaler Offense komplett zum Erliegen gekommen war, die Zeit davon und es blieb beim Stand von 7:21. Zu allem Überfluss waren auf beiden Seiten mehrere Verletzungen zu verzeichnen. Beim Amboss erwischte es die Defensive Tackles Marc Schnabl und Burak Alkac (beide Schulter) sowie Linebacker Matija Bolaric (Ellbogen).

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