NFL: Woche eins im Überblick


Das lange Warten ist vorbei. Die 52. Saison der NFL ist gestartet und hat einige Überraschungen geboten. American-Football.com gibt einen kurzen Überblick. 

NFL: Woche eins im Überblick
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Die Buffalo Bills führen in AFC East an

Alle Bills-Fans sollten sich die Tabelle der AFC East ausdrucken. Allzu häufig ist es in diesem Jahrtausend noch nicht vorgekommen, dass Buffalo vor allen Konkurrenten steht. Das lag zum einen an ihrem 21:12-Sieg gegen die New York Jets, zum anderen am Spielausfall der Miami Dolphins und an der Erkenntnis: Ja, die Patriots können tatsächlich noch Spiele verlieren – und das gleich zum Auftakt gegen die Kansas City Chiefs.

Dabei kassierte die Mannschaft von Head Coach Bill Belichick beim 27:42 so viele Punkte wie nie zuvor in der Ära des Meistertrainers und ließ die meisten gegnerischen Yards zu, die jemals ein Belichick-Team zugelassen hat. Allen voran Chiefs-Quarterback Alex Smith (vier Touchdown-Pässe) und Rookie-Runningback Kareem Hunt (drei Touchdowns) lieferten ein starkes Spiel ab. Da gingen die drei Run-Touchdowns von Patriots-Neuzugang Mike Gillislee schon unter.

AFC North: Big Ben baut seine Serie aus

Ben Roethlisberger von den Pittsburgh Steelers ist nun der Quarterback, der seit 1999 die meisten Siege in Cleveland eingefahren hat. Mit einem Karriere-Record von 11:2 bei den Browns hat er einen Sieg mehr als Derek Anderson, der von 2006 bis 2009 insgesamt zehn Heimsiege mit den Browns feierte. Am Sonntag war es das gute Zusammenspiel von Roethlisberger mit Tight End Jesse James, welches zum 21:18-Auswärtssieg führte.

Eine Bewerbung seine Karriere als Quarterback vielleicht in Cleveland ausklingen zu lassen, gab Andy Dalton, Quarterback der Cincinnati Bengals, ab. Beim 0:20 im Heimspiel gegen den Divisionsrivalen Baltimore Ravens unterliefen Dalton gleich vier Interceptions.

AFC South: Die Colts sind schlecht, sehr schlecht

Ohne Andrew Luck gingen die Indianapolis Colts bei den Los Angeles Rams, die 2016 die schlechteste Offense aller Teams hatte, mit 9:46 unter. Scott Tolzien, Backup von Luck, konnte einem ob der wohl löchrigsten O-Line (ja, noch löchriger als die der Seahawks) der NFL nur leid tun. Zudem passte in der vollkommen neu zusammengestellten Defense noch nichts zusammen.

So übernehmen die Jacksonville Jaguars die erste Tabellenführung der Division – mit einem verdienten 29:7- Auswärtssieg bei den Houston Texans, wo Head Coach Bill O`Brien gleich im ersten Saisonspiel die Nerven verlor und mitten in der Partie Quarterback Tom Savage gegen dessen Backup Deshaun Watson austauschte. Achja, im Rennen um die wohl löchrigste O-Line der NFL gaben auch die Texans ihre Visitenkarte ab.

AFC West: Raiders starten stark

Während die Jaguars erstmals seit 2011 über einen positiven Record in der Tabelle verfügen, starteten die Tennessee Titans mit einer 16:28-Heimpleite gegen die Oakland Raiders in die Saison. Die wichtigste Nachricht dabei: Beastmode Marshawn Lynch kann es noch immer. Zwar gelang ihm kein Touchdown, doch den unnachahmlichen Laufstil einer Dampfwalze hat er behalten.

Die Raiders gewinnen und setzen sich hinter die Chiefs auf Platz zwei der Division, die Titans verlieren und sind ebenfalls Zweiter ihrer Division. Aufgrund eines daneben gegangen Fieldgoals kurz vor Schluss von Chargers-Kicker Younghoe Koo steht Los Angeles nach dem 21:24 bei den Denver Broncos als einziges Team der Division mit einer Niederlage in der Tabelle. Die Broncos freuts - sie hefteten sich so gleich an die Fersen der Chiefs und Raiders.

NFC South: Ex-Super-Bowl-Finalisten im Gleichschritt

In der NFC South sind die Verlierer der vergangenen beiden Super Bowls jeweils mit einem Sieg in die Spielzeit gestartet. Makellos wie eh und je führte Matt Ryan seine Atlanta Falcons über das Feld, brachte 70 Prozent seiner Pässe an und warf einen Touchdown auf Tight End Austin Hooper. Das 23:17 bei den Chicago Bears fiel am Ende knapper aus als zuvor angenommen.

Ungefähr wie angenommen fiel der Sieg der Carolina Panthers bei den San Francisco 49ers aus. Beim 23:3 in Frisco warf Cam Newton zwei Touchdown-Pässe aber auch eine Interception, die 49ers-Safety Jaquiski Tartt mit einer Hand abfing. Die mit Spannung erwartete Rückkehr von Adrian Peterson zu seiner neuen Franchise, den New Orleans Saints, verlief wenig erfolgreich. Der zukünftige All Star erlief in 6 Versuchen nur 18 Yards - sein Nachfolger bei den Minnesota Vikings machte es da schon besser: Dalvin Cook kam auf 127 Yards in 22 Läufen. Zum Sieg wurden die Vikings aber von Sam Bradford geführt, der seine Offense fehlerfrei über das Feld führte.

NFC East: Eagles und Cowboys siegen in ersten Divisionsduellen

Darf er oder darf er nicht? Er durfte – und wie! Ezekiel Elliott erlief beim 19:3 im Divisionsduell gegen die New York Giants 104 Yards. Zwar gelang dem 22-Jährigen dabei kein Touchdown, doch er entlastete die von Dak Prescott geführte Offense ausreichend, damit dieser seine Offense kompetent über das Spielfeld führen konnte.

Nicht ganz fehlerfrei, trotzdem aber stark, führte Philadelphias Quarterback Carson Wentz seine Eagles zum 30:17-Auswärtssieg bei den Washington Redskins. 307 Passing Yards, zwei Touchdown-Pässe und eine Interception brachte Wentz in den Spielberichtsbogen. Sein Redskins-Pendant Kirk Cousins, der ja gerne einen gut dotierten Vertrag hätte, war zumindest bei den Interceptions genauso gut wie Wentz – eine! Ansonsten reichte es nur zu 240 Yards und einem Touchdown.

NFC: Zweimal East vs. North 0:2

Beim 17:9 der Green Bay Packers gegen die Seattle Seahawks blieben die Packers erstmals mit Aaron Rodgers als Quarterback in einem Heimspiel bis zur Pause punktlos. Am Ende gewannen die Cheeseheads aber doch, weil eben auch die günstigste O-Line der Liga (Seahawks) spielte wie eine billige Unit.

Auch im zweiten Duell der beiden Divisionen setzte sich der Vertreter aus der Nordstaffel durch. Ein formidabler Matthew Stafford führte sein Team dabei mit vier Touchdown-Pässen zu einem 35:23-Sieg gegen die von Carson Palmer geführten Arizona Cardinals. Palmer unterliefen dabei drei Interceptions und die O-Line der Cardinals... ach, sie wissen schon.