American Football findet immer mehr Freunde


Touchdowns und Hail Marys: Der American Football hat nicht nur Regeln, die sich grundlegend vom klassischen europäischen Fußball unterscheiden, sondern auch ein eigenes Vokabular.

American Football Universe gegen Pirates
American Football
Foto: Blurred-Pics

Ein Touchdown, das Paradestück, ist das erklärte Ziel im Angriff. Erreicht wird er, wenn der Ball in die gegnerische Endzone getragen oder von einem Receiver in der Endzone gefangen wird. Belohnt wird das Manöver mit sechs Punkten. Hail Mary hingegen steht für einen kurz vor dem Spielende versuchten langen Pass, mit dem ein zurückliegendes Team verzweifelt versucht, noch einmal zu punkten.

Lange Jahre war der American Football mit seinen unter vollem Körpereinsatz gespielten Manövern um das „Ei“ außerhalb Nordamerikas eine Randerscheinung. Dort allerdings ist und bleibt es die Sportart Nummer eins, während der europäische Fußball mit seinem deutlich eleganteren Tanz um den Ball unter ferner liefen fällt.

Doch der amerikanische Nationalsport gewinnt allmählich auch in Deutschland immer mehr Anhänger, auch wenn Vokabular und Regeln gewöhnungsbedürftig sind. Mittlerweile hat der in den 80er Jahren gegründete American Football Verband Deutschland mehr als 63.000 Mitglieder.

Über eine Million Deutsche sitzen vor dem Fernseher, wenn die Endphase der American Football Saison ansteht. Beim Super Bowl, dem international übertragenen größten sportlichen Ereignis der USA, sind es sogar rund doppelt soviele Deutsche, die mitfiebern und Sportwetten zum Event abschließen.

Zu der Beliebtheit hat auch das Spieltempo beigetragen. Statt teilweise endlos erscheinenden Ballgeschiebes geht es im American Football mit seinen an Gladiatorenkämpfe erinnernden Uniformen um kurze Strecken, die der Angriff bewältigen muss. Es ist immer Bewegung im Spiel, und die Dynamik und die Kämpfe zwischen Offensive und Defensive besitzen eine andere Art der Dramatik.

Deutsche Athleten in der National Football League sind zwar noch selten, weil die amerikanischen Teams im Regelfall aus dem College-Sport rekrutiert werden, aber es werden immer mehr, die ihren Traum jenseits des großen Teiches verwirklichen wollen.

Der gebürtige Kaarster Sebastian Vollmer hat mit den New England Patriots die größten Hoffnungen der Fans erfüllt. In der Right-Tackle-Position gehörte er unter der Führung von Superstar Tom Brady gleich zwei Mal zu den Siegern im Super Bowl. Vollmer, der sich 2016 aus dem aktiven Sport zurückgezogen hat, war bei einer USA-Tour der deutschen Jugendnationalmannschaft entdeckt worden und als Football-Stipendiat zum Sudium nach Houston gegangen.

Mark Nzechoa, der seine Football-Karriere im Alter von 13 bei den Franken Knights in Rothenburg ob der Tauber begann, wurde 2008 mit der deutschen Junioren-Nationalmannschaft Europameister und erhielt daraufhin ebenfalls Stipendienangebote aus den USA. 2015 holten ihn die Dallas Cowboys ins Team. Damit war Nzechoa der fünfte Deutsche in der NFL. Seit 2017 ist er bei den San Francisco 49ers unter Vertrag. Sein Bruder Eric Nzechoa schaffte ebenfalls kurzzeitig den Sprung in die NFL.

Ebenfalls noch aktiv ist der Deutsch-Amerikaner Equanimeous St. Brown, der für die Green Bay Packers spielt.

In der Bundesrepublik gibt es inzwischen mehr als 400 Vereine, in denen in sieben Ligen American Football gespielt wird. Die Bundesliga, die in Nord und Süd unterteilte German Football League, wurde 1979 gegründet. Dort spielen 16 Mannschaften um den Titel. Amtierender deutscher Meister sind die Schwäbisch Hall Unicorns. Mit elf German-Bowl-Teilnahmen sind die in Braunschweig beheimateten New Yorker Lions der erfolgreichste deutsche American Football Club. Von kleinen Anfängen mit 300 Zuschauern 1979 zieht die German Bowl mittlerweile bis zu 30.000 Fans an.

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