In der Nordstaffel der GFL haben sich am vergangenen Spieltag die Favoriten durchgesetzt. Mit jeweils 6:0 Punkten haben sich die New Yorker Lions aus Braunschweig, die Dresden Monarchs, die Berlin Rebels und die Kiel Baltic Hurricanes bereits deutlich vom Rest abgesetzt. Zeitgleich stehen die Hildesheim Invaders und die Hamburg Huskies noch punktlos in der Tabelle da.
Doch was die bisherigen Zähler des Top-Quartetts wert sind, wird sich in den kommenden Wochen zeigen, wenn es zu direkten Duellen untereinander kommt. Denn sowohl Braunschweig als auch Dresden haben ihre Siege ausschließlich gegen Hildesheim und Hamburg eingefahren. Die Rebels und die Baltic Hurricanes haben zumindest schon Siege gegen den starken Aufsteiger der Cologne Crocodiles eingefahren.
Top-Teams makellos
Die New Yorker Lions gewannen das Niedersachsen-Derby bei den Hildesheim Invaders 52:10 (0:3, 35:0, 10:0, 7:7). Dabei stellte der Titelverteidiger im zweiten Viertel die Weichen mit insgesamt fünf Touchdowns auf Sieg, nachdem das erste Viertel noch durch ein Fieldgoal zugunsten der Invaders ausgegangen war.
Drei der fünf Touchdowns im zweiten Durgang steuerte das Duo aus Quarterback Casey Therriault und Wide Receiver Nathaniel Morris bei, zudem trug zweimal Runningback David McCants das Ei in die Endzone. Mit der Führung im Rücken nahmen die Lions nach der Pause schon den Fuß vom Gas. Ein weiterer Run von McCants und ein Pass des niederländischen Therriault-Vertreters Tom van Duijn auf Passempfänger Robin Papke sorgten für die weiteren Touchdowns für Braunschweig.
Kieler gewinnen in der Kölner Sommerhitze
Das punktereichste Spiel des Wochenendes fand derweil bei knapp 35 Grad Celsius im Kölner Stadtteil Chorweiler statt. Zwischen den Cologne Crocodiles, bis dahin vor heimischen Publikum ungeschlagen, und den Kiel Baltic Hurricanes gab es beim 41:65 (14:13, 13:26, 14:13, 0:13) über 100 Punkte auf dem Scoreboard. Die Hitze setzte so vor allem den Defensereihen zu.
Überragender Spieler der Partie war dabei Kiels Runningback Chris McClendon. Dem US-Amerikaner gelangen insgesamt fünf Touchdowns, wodurch es den Crocodiles verwehrt blieb, Revanche für die Hinspielpleite in Kiel zu nehmen. Trotz der Niederlage stehen die Kölner mit 4:6 Punkten noch ordentlich in der Tabelle da.
Rebels nehmen Huskies auseinander, Monarchs schlagen Adler
Einen noch höheren Sieg feierten die Berlin Rebels beim 63:6 (14:0, 21:6, 28:0, 0:0) gegen Tabellenschlusslicht Hamburg Huskies. Dabei durften sich die Berliner Passempfänger frei in der gegnerischen Verteidigung austoben: Receiver Nicolai Schumann machte drei Touchdowns, sein Unit-Kollege Alexander Tounkara Kone kam auf zwei und Dominik Helmbold griff einmal richtig zu. Außerdem liefen Runningback Larry McCoy und Quarterback James Harris je einmal mit dem Ball in die Endzone. Für den letzten Touchdown war D-Liner Pascal Müller verantwortlich.
Ähnlich eindeutig verlief das 55:17 (14:0, 24:14, 0:0, 17:3) der Dresden Monarchs gegen Berlin Adler. Schon zur Halbzeit lagen die Sachsen dabei mit 38:14 vorne und ließen die restliche Spielzeit lockerer angehen. Vom starken Quarterback Garrett Safron angeführt, der insgesamt sechs Touchdownpässe warf, kamen die Monarchen durch Mike Schallo, Henrik Hinrichs (beide zwei Touchdowns), Sebastian Sagne, Chris Genau und Runningback Joe Bergeron zum Sieg.
Topspiel Braunschweig gegen Dresden
Das verlustpunktfreie Quartett wird am kommenden Wochenende mindestens auf ein Trio reduziert. In Braunschweig kommt es zum Topspiel der New Yorker Lions gegen die Dresden Monarchs. Während die Cologne Crocodiles und Berlin Adler spielfrei haben, stehen die Canes und die Rebels vor machbaren Aufgaben.
Kiel empfängt die noch sieglosen Hildesheim Invaders, die Berlin Rebels reisen derweil zu den Hamburg Huskies.
Südstaffel: Marburg schickt Stuttgart in den Abstiegskampf
In der Südstaffel sorgten die Marburg Mercenaries für eine Überraschung. Mit dem dritten Sieg in Folge gaben die „Söldner“ nicht nur eine Bewerbung für die Playoffs ab, beim 31:7 (10:0, 7:0, 7:0, 7:7) schickten sie die Stuttgart Scorpions, die als Playoff-Kandidat in die Saison gestartet waren, in den Abstiegskampf.
Besonders ernüchternd war die Souveränität mit der die Marburger die Punkte aus Stuttgart mitnahmen. Gegen das Laufspiel von Andreus Lindley und Emanuel Lewis fiel den Scorpions lange nichts ein. Gemeinsam kam das Duo auf drei der vier Touchdowns. Erst als der Sieg beim Zwischenstand von 31:0 für die Gäste unter Dach und Fach war, war es den Schwaben vergönnt noch durch einen Touchdown von Robin Balschun aufs Scoreboard zu kommen.
Cowboys holen ersten Saisonsieg
Eine weitere Überraschung des Spieltags gelang den zuvor sieglosen Munich Cowboys. Die Bayern gewannen überraschend bei den Saarland Hurricanes mit 41:22 (7:8, 14:14, 10:0, 10:0) und sorgten bei den Canes für eine ähnliche Missstimmung wie die Marburger bei den Stuttgartern. Für die Saarländer war es die dritte Niederlage in Serie, die Verletzung von Quarterback Alex Haupert wirft ihre Schatten.
Bis zur Pause war es ein enges Spiel, 22:21 lagen die Saarländer vorne. Doch in den Vierteln drei und vier setzten sich die Gäste mit jeweils 10:0 durch. Der Grund für die Niederlage war schnell ausgemacht: Sechs Turnover unterliefen den Canes. “Ich bin enttäuscht, wir haben auf keiner Seite des Balls gut gespielt“, sagte Saarlands Headcoach Tom Smythe.
Frankfurt siegt weiter
Das Universum hat die Kometen geschlagen. Beim 48:7 (7:0, 13:0, 14:0, 14:7) von Frankfurt Universe bei den Allgäu Comets behielten die Hessen ihre Weiße Weste und blieben mit dem dritten Sieg im dritten Saisonspiel an den Schwäbisch Hall Unicorns dran. Abermals führte Sonny Weishaupt die Frankfurter als Starting-Quarterback aufs Feld und versorgte alsbald Silas Nacita mit einem Screen-Pass, den der Runningback in die Endzone trug.
Insgesamt war Nacita einmal mehr der überragende Mann der „Men in Purple“. Insgesamt 18 Punkte steuerte der US-Amerikaner zum Sieg bei. Die weiteren Punkte machten die Wide Receiver David Giron, Jannik Markgraf, Kariem Abbas und Defensive End Kevin Maier, der ein Fumble aufnahm und in die gegnerische Endzone brachte.
Comets und Scorpions wollen Revanche
Am kommenden Wochenende kommt es dann mit getauschtem Heimrecht direkt zu zwei Wiederholungen. Die Allgäu Comets treten bei Frankfurt Universe an und wollen sich besser präsentieren als im Hinspiel. Mit einer weiteren Niederlage stünden die Comets bei 2:8 Punkten und dürften ebenfalls am Abstiegskampf teilnehmen. Diesen verhindern wollen ebenfalls die Stuttgart Scorpions beim Gastspiel bei den Marburg Mercenaries.
Während die Favoritenrolle beim Duell des Spitenreiters gegen das Schlusslicht (Schwäbisch Hall Unicorns gegen Munich Cowboys) klar vergeben ist, könnte es zwischen Aufsteiger Ingolstadt Dukes und den Saarland Hurricanes zu einem Duell auf Augenhöhe kommen. Die Dukes befinden sich derzeit mit 4:2 Punkten sogar in Playoffregionen, während die Canes nach drei Niederlagen in Serie endlich wieder ein Erfolgserlebnis benötigen.















